Qi Gong

Qi Gong ist ein altes hochwirksames chinesisches Übungssystem, das sich mit dem systematischen Training der Lebensenergie (Qi) befasst.

Auf der Basis einer tiefgreifenden, Körper und Geist umfassenden Entspannung wird es im Qi Gong durch den gezielten Einsatz von Körperhaltung, Atmung und Vorstellungskraft möglich, sich für die eigene Vitalenergie zu sensibilisieren und sie durch spezielle, seit Jahrhunderten erprobte, Übungen zu stärken und zu regulieren. Die Übungsmethoden des Qi Gong harmonisieren Körper und Geist, erhöhen die Vitalität, stimulieren das Immunsystem und die Selbstheilungskraft und verbessern die Konzentrationsfähigkeit.

Ferner kommt den Übungen des Qi Gong für alle inneren Kampfkünste (Tai Chi, Bagua, Xing Yi ) eine herausragende Bedeutung zu. Die Übungen stellen einen Schlüssel zum wirklich tiefen Verständnis dieser Künste als Meditations-, Heil- und Kampfkunst dar.


Zhan Zhuang Gong („stehende Säule“)

Das Zhan-Zhuang-Stehen ist eine Grundübung aus dem stillen Qigong und wird oft mit "stehen wie ein Baum" oder "stehende Säule" beschrieben.

Die Übung, die aus dem daoistischen Gesundheits- und inneren Kampfkunstsystemen stammt, wird im Gegensatz zum "Bewegten Qi Gong" ohne oder mit nur sehr wenig äußerer Bewegung ausgeführt.
Die anfänglich durchaus ungewohnte Körperhaltung führt nach kontinuierlichem Üben zu einer tiefen Entspannung und auch Entwicklung von sicherem Stand, dem Lösen von Verspannungen und Blockaden sowie der Entwicklung von gefestigten Strukturen des Körpers und der Konzentrationsfähigkeit.

Yi Qi Gong

Das Yi Qi Gong (stilles Qi Gong) nach Meister Zhi-Chang Li kann sich jeder aneignen, unabhängig von Alter, Vorbildung und Religion. Die Übungen können bei jeder Körperhaltung und in jeder Situation durchgeführt werden. Nicht die äußere Bewegung, sondern die innere Bewegung des Qi - also die Vorstellung - steht bei dieser Methode ganz im Vordergrund.

Meister Zhi-Chang Li, geb. 1942, hat sich von Kindheit an mit Qi Gong, Kung Fu und Tai Chi beschäftigt und bei mehreren Qi Gong- und buddhistischen Meistern studiert. Er arbeitete lange als Akupunkturarzt und Qi Gong-Heiler im Andingmen-Krankenhaus in Beijing. Seit 1988 lebt er in Deutschland und lehrt hier Qi Gong.

Re Shen Fa

Re Shen Fa ("den Körper wärmende Methode") ist eine Methode, den ganzen Körper zu trainieren. Die Übungen stimulieren und stabilisieren das Energie-Zentrum Dantian im Unterleib. So zielen die Wirkungen dieser Qi Gong-Übung sowohl auf die Muskeln, Bänder, Gelenke und Knochen als auch auf die Qi-Zirkulation ab, die nach Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin maßgebend für die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit ist.

Fang Song Gong

"Fang" bedeutet "zulassen", "Song" ist die "Entspannung" und somit ist das Fang Song Gong eine Vorübung zur Atemtherapie, die vor anderen Übungen, wie z. B. dem Nei Yang Gong ausgeführt wird. Sie dient der Entspannung von Körper und Geist und vertieft die Atmung. Entspannung meint dabei aber nicht Erschlaffung, sondern das Loslassen unnötiger Anspannung bei gleichzeitig nach innen gerichteter Aufmerksamkeit.

Dao Yin (auch Dao Yin Shu, „Führen und Lenken“)

Energie leiten und führen, dehnen und strecken: Dao Yin ist ein alter Name für Qi Gong und ein Übungssystem zur Steigerung der Energie, welches seinen Ursprung im Wissensschatz des Daoismus hat. Ganz allgemein nannte man diese Übungen im Volk auch noch Gongfu (intensive Arbeit). Derselbe Begriff wurde später im Westen fälschlicherweise für die chinesischen Kampfkünste verwendet.

Dao Yin beinhaltet eine Serie von vitalisierenden Übungen die zur Entwicklung von Beweglichkeit, Kraft, Elastizität und Geschmeidigkeit beitragen. Diese meditativen gymnastische Übungen beinhalten sowohl die bewusste Führung des Qi als auch körperliche Bewegung.
Die Übungen führen zu Ausgeglichenheit in Körper, Geist und Seele weil sie auf ganzheitlichen Prinzipien beruhen.

Li Shou („die Arme schwingen“)

Li Shou ist eines der ältesten und beliebtesten Systeme des Dao Yin. Es gibt viele Variationen dieser Übung. Die Arme werden ganz locker geschwungen, vorn sollte man sie nicht über die Nabelhöhe und hinten nicht über das Gesäß schwingen. Li shou wird oft als Aufwärmübung in den Kampfkünsten verwendet.